Rund um das Lipödem ranken sich viele Mythen zu vermeintlichen Wundermitteln. Dass es keine Zauberpille gibt, die unsere Beschwerden von heute auf morgen verschwinden lässt, ist allen von uns natürlich schmerzlich bewusst. Dennoch gibt es natürlich einige Präparate, die zumindest im Umgang mit den Symptomen etwas Erleichterung verschaffen können. Hier kommt dazu ein ehrlicher Überblick.
Wichtiger Hinweis
Eine wichtige Bitte vorab: wir sind kein medizinisches Fachpersonal und kennen deine persönliche Ausgangslage nicht. Was du hier liest, sind lediglich gesammelte Informationen, die der Aufklärung dienen sollen. Bitte sprich alles mit deinen behandelnden Ärzten und Therapeuten ab und lass im besten Fall ein Blutbild machen, um Mängel festzustellen. In jedem Fall höre auf deinen Körper und seine Reaktionen auf die Nahrungsergänzungsmittel.
Wie Supplemente bei Lipödem wirken können
Die chronische Fettverteilungsstörung wird durch Entzündungen im betroffenen Gewebe verstärkt. Es kommt zu Wassereinlagerungen und Umfangsvermehrungen, die letztlich die Schwere sowie Schmerzen verursachen.
Unterstützen wir unsere Körper nun mit Stoffen, die entzündungshemmende Eigenschaften haben, liefern wir der konservativen Therapie einen weiteren kleinen Baustein - genau wie Kompression und MLD.
Ehrlicherweise ist die Studienlage dazu noch sehr dünn, da das Lipödem allgemein noch nicht gut erforscht ist. Daher nochmal der Hinweis: alle folgenden Informationen sind keine pauschalen Empfehlungen, sondern aufgezeigte Möglichkeiten.
Welche Präparate machen möglicherweise Sinn?
Omega-3-Fettsäuren
Sie sind vermeintlich der Klassiker, wenn man an entzündungshemmende Stoffe denkt. Sie zählen zu den essentiellen Fettsäuren, da unser Körper sie nicht selber produzieren, also nicht selbst herstellen kann.
Wer ausreichend fettigen Fisch isst oder viel auf Walnuss-, Distel- oder Rapsöl zurückgreift, kann seinen Haushalt auch durch die Nahrung auffüllen. Pflanzliche Quellen enthalten allerdings ALA, was nur mit Verlusten zu EPA und DHA umgewandelt werden kann im Körper. Die beiden letzteren sind allerdings die wichtigen Bausteine für Entzündungsregulation und Herzfunktion.
Gerade Menschen, die sich vegan ernähren, haben aber die Möglichkeit, auf Algen-Kapseln zurückzugreifen. Durch ihren maritimen Ursprung verfügen sie trotzdem über eine gute Konzentration an EPA und DHA.
Vitamin D
Der Vitamin-D-Spiegel ist in unseren Breitengraden in der dunklen Jahreszeit bei vielen gesenkt. Gerade bei Lipödem-Betroffenen kann das “Sonnenvitamin” aber sehr gut zur Entzündungsregulierung beitragen.
Hier ist es unbedingt ratsam einen Mangel im Blutbild feststellen zu lassen, da die Präparate in der Dosierung stark variieren können. Bei einem zu hohen Konsum von Vitamin D kann es tatsächlich zu einer Überdosierung kommen, die Nieren, Herz und Gefäße schädigen kann.
Außerdem erhältst du es bei einem nachgewiesenen Mangel in der Regel auf Rezept in hoher Konzentration als wöchentliche Dosis und musst nicht selbst ins Portemonnaie greifen.
Vitamin C und/oder Kollagen
Vitamin C ist das wohl klassischste Nahrungsergänzungsmittel und dadurch in seiner Wirkung auf das Immunsystem bekannt. Es wirkt antioxidativ und unterstützt damit unter anderem die Gefäßgesundheit.
Wichtig ist es allerdings auch für die Kollagenproduktion. Neben den Kollagen-Pulvern gibt es auch entsprechende Vitamin-C-Präparate, die in ihrer Kombination mit bspw. Zink die Kollagensynthese im Körper anregen kann. Für Veganer ist auch das wieder eine gern gesehene Alternative.
Kollagen braucht unser Körper in Haaren, Nägeln, Gelenkknorpel und eben auch dem Bindegewebe.
Curcumin (Kurkuma)
Dem Kurkumin wird eine stark entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Allerdings ist es nur bedingt bioverfügbar und sollte damit immer zusammen mit schwarzem Pfeffer (Piperin) eingenommen werden.
Ein wenig Vorsicht ist jedoch selbst beim Verzehr der puren Wurzel geraten. Denn häufig leiden Lipödem-Betroffene zusätzlich noch an Reizdarm-Beschwerden und Kurkuma kann den Magen-Darm-Trakt stark belasten.
OPC / Bioflavonoide (z. B. Traubenkernextrakt)
Ein eher unbekannteres Mittel ist allerdings in der Venentherapie schon gut etabliert: das Traubenkernextrakt. Es hat auch wieder eine antioxidative Wirkung und kann zudem die Gefäßdurchlässigkeit reduzieren. Das bedeutet im besten Fall deutlich weniger Schwellungen.
Zusätzlich zu Kapseln, lässt sich OPC übrigens auch in die Hautpflege einbinden. Es gibt vielfältige Cremes und Salben, die als Massagemittel oder Feuchtigkeitsspender dienen können.
Übrigens: Egal welches Supplement deine individuellen Beschwerden lindern könnte. Achte auf natürliche und hochwertige Quellen ohne unnötige Zusätze. Ich persönlich mag zum Beispiel sehr gern einzelne Produkte von InnoNature.*
Hilft das Supplement wirklich bei Lipödem?
Diese Frage kannst du dir nur selber beantworten. Hier gilt wie immer: höre ganz genau auf deinen eigenen Körper und seine Signale. Du kannst positive wie negative Veränderungen in einem Symptomtagebuch festhalten. Sobald du starke Reaktionen oder Unverträglichkeiten merkst, solltest du das Präparat natürlich sofort absetzen.
Zögere auch nicht, deine behandelnden Ärzte anzusprechen und dir ihren Rat bzw. die Blutwerte einzuholen. Danach ist es ratsam nur einzelne Nahrungsergänzungsmittel nacheinander einzuführen, um die einzelnen Wirkungen besser festhalten zu können.
Fazit
Es gibt sie leider nicht – die Wunderpille gegen dein Lipödem. Daher können wir dir hier leider auch keinerlei Heilversprechen geben, sondern lediglich eine klare Einordnung, damit du selbst deinen Weg finden kannst. Im Zusammenspiel mit anderen konservativen Methoden wie Flachstrickkompression und Lymphdrainage, kann die Supplementierung einzelner Stoffe einer der wertvollen Bausteine sein.
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