Was haben Faszien mit Lipödem zu tun?
Unser Lymphbahnen verlaufen innerhalb eines dreidimensionalen Fasziennetzes, also einer Schicht aus gespannten Fasern. Und genau diese Spannung beeinflusst direkt den Lymphfluss.
Damit kann es zu einem Teufelskreis kommen: Bei Lipödem ist ja bekanntermaßen der Lymphfluss gestört, wodurch die Faszien verkleben können. Gleichzeitig können genau die Verklebungen zu mehr Stauung und damit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
Faszien und das Lymphsystem
Sind die Faszien gelockert und geschmeidig, kann die Lymphflüssigkeit besser abfließen. Dadurch entsteht weniger Druck-, Spannungs- oder Schweregefühl. Dabei ist der häufig verwendete Begriff “Faszientraining” allerdings ein irreführender Begriff. Denn eigentlich geht es um Dehnung und das Lösen der Verklebungen, damit die Mikrozirkulation im betroffenen Gewebe verbessert werden kann.
Wie geht richtiges Faszientraining bei Lipödem
Gerade im Zusammenhang mit Lipödem ist es wichtig, ganz behutsam vorzugehen. Denn nochmal zur Erinnerung: die Lymphgefäße verlaufen innerhalb des Fasziennetzes. Üben wir darauf nun viel Druck aus, können die Lymphbahnen eher in Bedrängnis geraten oder sogar verletzt werden.
Bitte starte in jedem Fall vorsichtig und achte auf die Signale deines Körpers. Am besten befrage auch deine behandelnden Therapeuten dazu. Wir geben dir lediglich Inspiration, keine medizinischen Empfehlungen.
Faszienrolle
Hier gibt es wahnsinnig viele unterschiedliche Modelle. Am besten eignen sich zum Start Rollen mit glatter, weicher Oberfläche.
Starte damit zunächst nur sehr kurz (5-10 Minuten) und gehe nicht an die Intensitätsgrenze heran. Du kannst dich nach eigenem Gefühl später steigern, wenn dein Körper keine negativen Reaktionen wie Schwellungen und Hämatome zeigt. Achte auch darauf, die Faszienrolle nicht auf stark gestauten Stellen zu arbeiten, sondern lieber ringsherum.
Setze auf sehr langsame Bewegungen. Kein schnelles Hin und Her Rollen, sondern Zentimeter für Zentimeter die Verklebungen lösen.
Schröpfen
Beim Schröpfen wird Unterdruck genutzt, um das Gewebe anzusaugen und damit zu mobilisieren. Das funktioniert beispielsweise mit Silikonformen oder Gläsern, die erhitzt werden.
Das Ganze beruht auf einer alten naturheilkundlichen Methode. Allerdings sollen die Schröpfköpfe dabei nicht nur stationär positioniert, sondern in einer Massage bewegt werden. Da das wirklich eine intensive Manipulation am Gewebe ist, lass das bitte ausschließlich von Fachleuten durchführen!


Manuelle Massagen & professionelle Faszientherapie
Auch diese intensive Bindegewebsmassage solltest du unbedingt von Profis durchführen lassen. Hier können bestimmte Tools zum Einsatz kommen, die eine tiefe Bearbeitung des Fasziengewebes und damit das Lösen der Verklebungen ermöglichen. Für zuhause sind da lediglich sogenannte Faszienstäbe aus Holz denkbar, nicht aber Gua Sha aus Edelstahl etc.
Eine sanftere Methode ist da die Tiefenoszillation, bei der elektrostatische Impulse Schwingungen im Gewebe erzeugen. Das Gerät sieht ähnlich aus wie ein Ultraschallkopf und wird über die betroffenen Areale gestrichen. Gerade bei hoher Druckempfindlichkeit kann das eine angenehmere Alternative sein.
Massagepistole
Auch die Massagepistole sorgt für Vibration im Gewebe und soll damit Faszien lockern. Allerdings wirkt sie je nach Aufsatz sehr punktuell und kann in hohen Stufen ordentlich Druck erzeugen.
Hier solltest du mit einem flachen, weichen Aufsatz und sehr wenig Kraft aus den Armen arbeiten. Andernfalls kann es im empfindlichen Lipödem-Gewebe schnell zu Hämatomen und Schwellungen führen. Teste ruhig erstmal an Schulter und Rücken, um ein gutes Gefühl für die Power zu bekommen.
Faszien lösen bei Lipödem
Starte also egal mit welcher Methode äußerst sanft und sprich nach der nächsten Lymphdrainage mal deine Therapeuten an. Übrigens hilft es auch, viel Wasser zu trinken, denn die Faszien bestehen zum Großteil aus Wasser und können damit elastischer werden.
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